CLAIMS!

Logbuch #1 [de]

by Global Mobile Station Against G8

Venerdì 1 giugno 2007
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Eindrücke, Berichte und Analysen: eine Reise durch ein gegen den G8 rebellierendes Deutschland

Hamburg, Montag, 28.Mai
Heute, 28. Mai, Demonstration gegen den ASEM-Gipfel. Ein Gipfel europäischer und asiatischer AußenministerInnen, die sich treffen, um die Ausbeutung innerhalb globaler Netze auszuhandeln und die governance innerhalb eines nicht endenden globalen Krieges zu managen. Und so beginnt die Mobilisierung in Deutschland gegen das Treffen der G8, die die Weltordnung gegen die Multituden der freud - und lustvollen Subversion zu verwalten versuchen. Sinnloserweise.
Kleine Gruppen von AktivistInnen kommen nach und nach an. Kleine Gruppen deshalb, um nicht von Polizeitruppen aufgehalten zu werden, bevor die Demo überhaupt beginnt.
Hunderte Polizisten, die um den Demotreffpunkt herumgehen und versuchen, die Menschen mit ihren neuesten Kriegskostümen einzuschüchtern. Lächerlich...
Die Demo beginnt. Ein kompakter Block von 2000 Menschen an der Spitze der Demo. Vorne zwei transparente. „Autonome in Bewegung gegen G8 und ASEM“ und ein anderer, der keines Kommentars bedarf: „Total Freedom“. Sich frei zu bewegen und frei zu leben, dieser Fluss gemeinsamen Begehrens ist die dominierende Stimmung der Demo, die das alte Hafenviertel Sankt Pauli durchquert und die Hafenstraße, Symbol der Hausbesetzungen und Häuserkämpfe, begrüßt. In diesen Kämpfen geht und ging es um die Würde einer Gemeinschaft gegen den Tauschwert, gegen die Kontrolle der Existenzen und gegen das Aufzwingen individualistischer Lebensmodelle.
Direkt hinter dem Kopf der Demo verschiedenste Gruppen von AktivistInnen und Clowns sowie eine gefakte Militärkapelle mit einer mit „Fuck“ beschriebenen Fahne. Wir sind nun 7.000 bis 8.000. Die Polizei umzingelt die Demo von vorne, hinten und an den Seiten, wo sie Druck ausübt und einen Nervenkrieg mit den DemonstrantInnen beginnt. Provokationen von Seiten der Polizei, Wasserwerfer werden angefahren, Versuche der Polizei, in die Demo zu gelangen und Leute zu verhaften. Nichts passiert, die Demo antwortet, indem sie sich festigt und kompakter wird, geschlossene Reihen verhindern, dass die Bullen in die Demo kommen und ihr Spiel beginnen.
Ironische Slogans laden sie ein, sich zu verziehen und Feuerwerkskörper Richtung Himmel zeigen den Willen an, weiterzugehen. Es werden Slogans in mindestens fünf Sprachen skandiert, eine deutsche Genossin verkündet sie auf italienisch, die Griechen auf französisch, die AmerikanerInnen und RussInnen tun selbiges und die ItalienerInnen erklären die richtige Aussprache von „Siamo tutti clandestini“ („Wir sind alle illegal“).
Am Ende der Demo ein Schwall von Redebeiträgen. Die Polizei, äußerst nervös, beginnt mit dem Einkesseln der Demo und versucht, 200 Personen zu blockieren, deren einzige „Schuld“ es war sich zehn Minuten länger als vorgesehen auf dem Platz aufgehalten zu haben. Die Polizisten provozieren und schüchtern ein, aber der Widerstand organisiert sich und greift die Duzenden an Polizeiwagen und -wannen an, die mit großer Geschwindigkeit ankommen um möglichst viele einzufangen und sie in die in die vielen kleinen in Hamburg verteilten Knäste zu stecken.
Durch diese Praktiken schaffen es die 200 DemonstrantInnen großteils, sich vom Platz zu entfernen. Inmitten des Chaos wird auch ein Wagen mit Delegierten aufgehalten, ein Polizist verliert die Nerven, steigt aus dem Wagen und zückt die Pistole.
Die Menschen scharren sich um die Rote Flora, und sobald man die Sirenen Duzender Polizeiwagen hört, wird manche Barrikade aufgestellt, es besteht die Angst, sie könnten in das besetzte Zentrum eindringen und dort Unfrieden stiften...aber durch den Widerstand wird klargemacht, dass es sinnlos ist zu versuchen, in seine Nähe zu gelangen. Am Ende geben sie auf, trotz des Einsatzes von Wasserwerfern und Schlagstöcken, trotz des Besitzes ihrer dummen Waffen. Dann alle in die Rote Flora, man ruht sich aus, es werden Informationen über die Verhaftungen ausgetauscht, man feiert, es essen und trinken alle zusammen.
Die Polizei ist verschwunden, die Straßen sind frei, man verabschiedet sich: das nächste Treffen ist in einigen Tagen, in Rostock.
Dort wird sich der Schwarm der RebellInnen wieder zusammenfinden.

International Brigades, italienische Sektion

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