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Shut Down G8 - Internationale Demonstration

... und es gibt schon Widerstand

Sunday June 3rd, 2007
G8 Protests Timeline (de) | (it) | (en)


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Heute, 2. Juni, hat in Rostock die Woche der Mobilisierungen gegen den G8-Gipfel mit einer internationalen Demonstration begonnen, bei der ca. 100.000 Personen teilnahmen. Es handelte sich um zwei verschiedene Ströme, zwei voneinander unterschiedliche Zugänge zu Kritik und Protest: einen pro-institutionellen (Gewerkschaften, Parteien, Attac, usw.) einerseits und einen antikapitalistischen Block, unter breiter Teilnahme “internationaler Autonomer”, andererseits. Die Demozüge sind gegen 13:00 Uhr in Richtung Hafen losgezogen, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden sollte.
Während dieser Demonstration sind von DemonstrantInnengruppen verschiedenen “Ziele” angegriffen worden: Banken, Hotels – Herbergen us-amerikanischer Delegierter - Handelsketten, Einsatzwägen der Polizei. Als der antikapitalistische Block in den Hafen einbog kam es zu mehreren Attacken, sowohl durch die Demonstrierenden gegen die Polizei als auch in die andere Richtung; da wurden erste Verhaftungen durch geführt.
Die Demonstrierenden dagegen haben sich in Bezugsgruppen organisiert und damit begonnen, Barrikaden mit Mülltonnen und umgeworfenenen Autos zu errichten: Durch das Werfen von Steinen und anderen Gegenständen sollte die Polizei auf Distanz gehalten und der Platz, der durchaus kompakt blieb, verteidigt werden. Augenzeugen berichten von verletzten DemonstrantInnen.
Gegen 15:30-16:00 Uhr hat sich die Lage beruhigt und die Polizei hat sich am Rande des Platzes aufgestellt. Zwischendurch sind Gruppen von AktivistInnen durch die Absperrung der Polizei, ins kommerzielle Zentrum der Stadt gezogen, wobei einige kapitalistische Symbole durch gezielte Aktionen getroffen wurden. Um 17:00 Uhr flammten neue Auseinandersetzungen auf. PolizistInnen wurden zunächst sicherliche eine viertel Stunde lang von DemonstrantInnen umstellt, worauf die Polizei alle Seitenstraßen abgesperrte und Wasserwerfer und Tränengas zum Einsatz brachte. Um 17:30 drängte die Polizei auf den Platz, wo die Abschlusskundgebung statt fand. Angriffe und Tränengaseinsatz wurden fortgesetzt.
Spezialeinheiten der Polizei verfolgten und verhafteten unbegründeterweise Demonstrierende. Laut mainstream-Medien gibt es mehr als hundert Verletzte.
Die Bilanz des Tages sind - laut den Anwälten des Legal Teams - 200 verhaftete Demonstrierende. Der Republikanische Anwaltsverein (RAV) gab an, die Verhafteten seien Opfer von Drohungen, Isolierungen und Agressionen geworden. Vielen wurde es untersagt, die AnwältInnen des Legal Teams zu kontaktieren. Laut RAV seien auch die AnwältInnen des Legal Teams selbst von der Polizei angegriffen worden. Die PolizistInnen hätten sich weiters geweigert, Angaben zu ihren Personalien zu geben. Es ist nach deutschem Recht Pflicht, AnwältInnen und ParlamentarierInnen die Personalien mitzuteilen. Die Einheiten 23 und 25 der Berliner Polizei sind als die aggressivsten und brutalsten ausgemacht worden.
Am Abend gab es noch leichte Zusammenstöße, einige wenige hundert Meter vom Rostocker Camp entfernt. Fünf Wasserwerfer und ein Tankwagen haben eine kleine Demo gestoppt, die sich in Solidarität mit den Verhafteten in Richtung Gefängnis bewegte. Über Rostock kreisen noch immer die Hubschrauber. Im Camp sind die Leute ruhig, sie erholen sich, der Widerstand wird gefeiert. Alle sagen: Das ist nur der Anfang.

Photo GP | | | | |

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